Radtourenfahren (RTF/CTF): Was Einsteiger über organisierte Radwanderungen wissen sollten

RTF steht für Radtourenfahrt, CTF für Country-Tourenfahrt, zwei Bezeichnungen für organisierte, nicht-wettkampfmäßige Radwanderungen, wie sie in nahezu jedem Radsportverein in Ostwestfalen-Lippe Teil des Jahresprogramms sind. Anders als ein Straßenrennen gibt es dabei keine Zeitmessung und keinen Sieger, sondern eine ausgeschilderte Strecke, an der zu bestimmten Kontrollpunkten eine Verpflegung gereicht wird.

Für Einsteiger, die über den eigenen Verein hinaus zum ersten Mal an einer RTF oder CTF teilnehmen möchten, wirkt der Ablauf auf den ersten Blick wie ein Rennen mit Startnummer und Kontrollstelle. Tatsächlich unterscheidet er sich davon grundlegend: Das Tempo bestimmt jeder Teilnehmer selbst, und mehrere Streckenlängen stehen parallel zur Auswahl.

Dieser Beitrag erklärt, wie eine RTF/CTF-Veranstaltung im Bezirk üblicherweise abläuft, was eine Kontrollstelle tatsächlich macht und worauf sich ein Einsteiger vor der ersten Teilnahme einstellen sollte.

Der Unterschied zwischen RTF und CTF

RTF und CTF sind beides vom Bund Deutscher Radfahrer organisierte Formate für den Breitensport, unterscheiden sich aber im Streckencharakter. Eine RTF führt in der Regel über asphaltierte Straßen und ist auf normale Rennräder sowie Tourenräder ausgelegt. Eine CTF schließt dagegen häufig auch unbefestigte Wege oder leichtes Gelände mit ein und wird oft mit einem Mountainbike oder zumindest einem geländetauglicheren Rad gefahren.

In der Praxis bieten viele Vereine im Bezirk beide Formate am selben Veranstaltungstag an, sodass Teilnehmer je nach Rad und Vorliebe wählen können, ohne dafür zu einem separaten Termin anreisen zu müssen. Das senkt die Einstiegshürde erheblich: Wer kein spezielles Rennrad besitzt, muss deshalb nicht auf die Teilnahme verzichten.

Für Einsteiger ist dieser kombinierte Ablauf ein praktischer Vorteil. Man kann sich am Veranstaltungstag vor Ort noch für die passende Variante entscheiden, je nachdem, wie die eigene Tagesform und das mitgebrachte Rad zusammenpassen.

Wie eine Veranstaltung organisiert wird

Wie detailliert eine RTF/CTF organisiert sein kann, zeigt der Bericht des Bezirks über zwei Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen im September 2020. Der Rad-Treff Borchen und der R.V. Teutoburg Brackwede richteten ihre Touren mit Online-Voranmeldung, gestaffelten Startzeitfenstern und einer einzelnen, klar organisierten Kontrollstelle aus, eine Struktur, die auch unter normalen Umständen den Ablauf einer RTF/CTF beschreibt, nur ohne die zusätzlichen Hygienemaßnahmen jener Saison.

An der Kontrollstelle selbst wird typischerweise die Wertungskarte gestempelt oder unterschrieben, und es gibt eine Verpflegungsstation mit Getränken und kleinen Snacks. Je nach gewählter Streckenlänge kann es eine oder mehrere solcher Stationen geben, bei kürzeren Runden reicht häufig eine einzige.

Am Ziel wird die Wertungskarte abgegeben, worüber der zuständige Vereinsfachwart später die gefahrenen Kilometer und Punkte in die persönliche Jahresübersicht des Teilnehmers einträgt. Dieser Punktestand hat keinen Wettkampfcharakter, sondern dient vor allem der eigenen Übersicht über die im Jahr gefahrenen Touren.

Was Einsteiger am Veranstaltungstag erwartet

Der Ablauf einer typischen RTF/CTF-Veranstaltung lässt sich in wenige Schritte zusammenfassen:

Für die erste Teilnahme reicht ein funktionstüchtiges Rad mit Beleuchtung und ein einfaches Verständnis der Streckenbeschilderung, Spezialausrüstung ist für die klassische RTF nicht erforderlich. Hilfreich ist außerdem, sich vorher für eine realistische Streckenlänge zu entscheiden, statt sich an der längsten angebotenen Distanz zu orientieren, nur weil sie verfügbar ist.

Die richtige Vorbereitung für die erste Teilnahme

Vor der ersten Teilnahme an einer RTF oder CTF lohnt sich ein kurzer technischer Check am eigenen Rad: funktionierende Bremsen, ausreichend Luftdruck in den Reifen und, je nach Veranstaltungsregeln, eine funktionierende Beleuchtung, auch wenn die Tour tagsüber stattfindet. Ein kleines Flickzeug und eine Ersatzschlauch-Grundausstattung gehören ebenfalls in jede Satteltasche, da unterwegs nicht automatisch ein Vereinsfahrzeug mit Werkzeug mitfährt.

Sinnvoll ist außerdem, sich vorab über die angebotenen Streckenlängen zu informieren und eine realistische Einschätzung der eigenen Kondition vorzunehmen, statt sich spontan am Start für die längste Distanz zu entscheiden. Eine zu lang gewählte Strecke lässt sich unterwegs nur schwer verkürzen, während eine zu kurz gewählte Distanz im nächsten Jahr problemlos erweitert werden kann.

Wer unsicher ist, welche Veranstaltung sich für den Einstieg eignet, kann sich bei einem der Vereine im Bezirk erkundigen, viele bieten RTF/CTF-Veranstaltungen regelmäßig an und geben gerne Auskunft zu Streckenlängen und Ablauf.

Warum dieses Format im Bezirk so verbreitet ist

Der Bericht über den Wechsel an der Bezirksspitze hält fest, dass der Breitensport in Form von RTF und CTF im Bezirk weiterhin populär ist, auch wenn der Trend eher weg von der strikt vereinsgebundenen Ausübung geht. Fast alle der im Bezirk organisierten Vereine, der Bericht nennt 48 Bezirksvereine, bieten in irgendeiner Form Breitensportangebote neben dem reinen Wettkampfbetrieb an.

Diese Verbreitung erklärt sich zum Teil daraus, dass RTF/CTF-Veranstaltungen im Vergleich zu einem Straßenrennen deutlich geringere Anforderungen an die Organisation und an die Teilnehmer stellen. Ein Verein braucht keine Rennstrecke und keine Zeitmessanlage, sondern vor allem eine ausgeschilderte Route und ehrenamtliche Helfer an der Kontrollstelle.

Auf der Startseite des Bezirks steht Radtourenfahren deshalb gleichberechtigt neben Straße, Bahn, MTB, BMX, Kunstradsport, Radball, Radpolo und Cross, nicht als Nebensache, sondern als eine der tragenden Sparten, über die der Bezirk seine Vereine organisiert.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet RTF?

Radtourenfahrt, eine organisierte, nicht-wettkampfmäßige Radwanderung ohne Zeitmessung.

Was ist der Unterschied zu einer CTF?

Eine CTF schließt häufig unbefestigte Wege oder leichteres Gelände ein und wird oft mit geländetauglicheren Rädern gefahren, während eine RTF meist auf Straßen stattfindet.

Brauche ich ein Rennrad für die Teilnahme?

Nein, für eine klassische RTF reicht ein verkehrstüchtiges Fahrrad; für eine CTF ist ein Mountainbike oder ein geländetauglicheres Rad von Vorteil.

Muss ich Vereinsmitglied sein, um teilzunehmen?

In der Regel sind RTF/CTF-Veranstaltungen auch für Nicht-Vereinsmitglieder offen, eine Anmeldung ist aber meist erforderlich.